Il Barbiere di Siviglia    Rossini

Company:Nationaltheater Mannheim
2010
Director:Monique Wagemakers
Set Designer:Dirk Becker
Costume Designer:Andrea Schmidt-Futterer
Conductor:Alois Seidlmeier
Dramaturg:Anselm Dalfert

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Reviews:

  • Kontrollierter Wahnsinn

    Rossinis Semiramide in Antwerpen, ein neuer «Barbiere» in Mannheim.

    Opernwelt

  • Crescendo der Emotionen

    Monique Wagemakers' Sicht auf den "Barbier von Sevilla" wird im Nationaltheater Mannheim gefeiert‘ […]Heftig applaudiert wird im Auditorium, wenn Rossinis olympisch prickelnde Musikmotorik zum Stillstand kommt und der Vorhang fällt. Sänger, Chor, Orchester und Dirigent Alois Seidlmeier werden frenetisch mit Bravi gefeiert; und das kommt nicht nur oft vor, sondern ist auch gerechtfertigt. Doch wie lange ist es her, dass nicht ein Einziger Buh ruft, wenn die Regisseurin samt Team an den Tatort, ergo auf die Bretter, zurückkehrt, die einst die Welt bedeuteten! […] Monique Wagemakers (Regie), Dirk Becker (Bühne) und Andrea Schmidt-Futterer (Kostüme) ist mit Rossinis Bestseller "Il barbiere di Siviglia" ein kleines Kunststück der Gratwanderung zwischen Klamotte und Artifizierung gelungen.

    Mannheimer Morgen, Stefan M. Dettlinger

  • Schluss mit lustig!

    Wie Monique Wagemakers und Jan-Philipp Gloger in Mannheim und Augsburg Rossinis und Mozarts „Figaro“-Opern inszenierten
    […] Das ging offenbar auch Monique Wagemakers so, die den „Barbier“ jetzt am Nationaltheater Mannheim inszenierte. Deshalb hat die Regisseurin, die 2006 in Stuttgart Puccinis „Madama Butterfly“ auf einer vielfach verspiegelten Bühne ins Bild setzte, Rossinis Stück jetzt als minuziös durch choreografiertes, stilisiertes Bewegungstheater umgesetzt. Vor allem starke Farbakzente der Kostüme (Andrea Schmidt-Futterer) prägen das Bild […] Die Figuren füllen den Raum, fügen sich immer wieder zu skurrilen Gruppen. […] So sorgt immerhin Dirk Beckers Bühne für Sand im Getriebe: Sie verdreht die Perspektiven, macht das Unten zum Oben, das Linke zum Rechten.

    Stuttgarter Nachrichten, Susanne Benda

  • Das Nationaltheater bringt den 'Barbier' in einer Neuinszenierung von Monique Wagemakers heraus. Die holländische Regisseurin hat vor einigen Jahren mit ihrer Butterfly -Regiearbeit in Stuttgart Furore gemacht, die auf eine wunderschöne klassisch- moderne Art, die besonders auch im superben Bünenbild zum Ausdruck kam, das Stück auf dem schmalen Grat zwischen Nippon-Cliché und plumper Zeitgenössigkeit manövrierte. Für den 'Barbier' setzt sie auch ganz auf klassische Moderne, eine gewissen Bühnenhermetik, in der sich die Protagonisten aber aufs Prächtigste entfalten können, teils ironisch, teils stilisiert oder in Slapstickpose, wie der skurrile Herrenchor, der bei seinem Polizeiauftritt wie eine Robotertruppe wirkt, mit blau angemalten Gesichtern, von denen sie wie auf Knopfdruck die schwarzglänzenden Kappen lüften (Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer).

    Der neue Merker, Friedeon RosÚn

  • Fr÷hliche Bescherung in Mannheim

    Monique Wagemakers gelingt am Nationaltheater Mannheim Außergewöhnliches und Beglückendes: Sie erzählt eine eigentlich und hinlänglich bekannte Geschichte, und doch überkommt einen bereits nach wenigen Augenblicken das Gefühl, sie zum ersten Mal zu hören, nein: mitzuerleben. Unwiderstehlich hineingezogen zu werden in ihre Dramatik, ihre Komik und Spannung, sich begeistern zu lassen, mit zu bangen, dass nur ja keiner den Kairos verpasst (oder versaut) und die Liebenden nicht den „geneigten Augenblick“ (Sappho). Die Regisseurin stiftet klug und mit Raffinesse eine Unmittelbarkeit, eine Konzentriertheit, dabei ganz nah an Rossini, der Gefahr des Historisierens souverän widerstehend (ihr Graf kann fern jeder Lächerlichkeit in zeitgenössischer Gewandung auftreten, mit Granden-Perücke und adelsweißen Puderwangen, ohne Bruch mit dem knallroten Papagallo-Mafioso-Verschnitt Figaro) und doch das von Anfang an Gemeinte zur Bühnenwelt bringend. Weil sie der Geschichte nicht etwas beilegt oder aufsetzt. Sie betätigt sich in bester sokratischer Tradition als Hebamme der intendierten Aussage; nacherzählen heißt eben nicht nur nachplappern. Faszinierend, wie Wagemakers die Alternative Schwerpunkt auf Musik oder den Text überwindet. Ihr Geheimnis: Eine so selten zu findende Kongruenz zu erspielen zwischen Ton, Text und Protagonisten. Bühnengeschehen hier, das nicht zerfällt in einzelne Sequenzen und Ebenen, das eines wird, und dort die Zuschauer gehen bald eine Symbiose der Verzauberung ein; die Zeit wird für einen kostbaren Moment aufgehoben, ein Angelt der Ewigkeit, aus der keiner erwachen möchte an diesem Abend. Eine Art mimetische Rückführung, wenn Töne zu Sinnträgern werden, nicht weil Rossini so platt komponiert hätte, der bekanntlich nicht mit jedem Ton „dem Sinn der Worte auf Schritt und Tritt folgen“ wollte, sondern weil Monique Wagemakers Personenführung so vorzüglich beherrscht.  Dazu Texte, die durch sie sprechen lernen, die „geschehen“. Wenn von der Höllenmaschine die Rede ist, zu der nun die oberkörperfreien, hosenträgerbestückten und Testosteronglatzigen Soldaten mutieren, aber erst im Kollektiv. Denkanstoß statt Ideologie. Eine Inszenierung mit Geist, Humor, Esprit, denen sich kaum einer zu entziehen mag. So geht Märchen, so geht Komische Oper. […] Ja, es stand bereits in meinen Notizen. Aber das glaubt mir doch kein Mensch. „Diese Inszenierung ist ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk nicht nur für Mannheim“. So sprach der Herr auf der Treppe zur Garderobe. Mitten unter strahlenden Gesichtern. So viel Zwischenapplaus, Pausenapplaus, Schlussapplaus. Selbst das Regieteam wurde überschüttet mit Bravorufen. Weihnachten in Mannheim.

    www.opernnetz.de, Frank Herkommer

  • Eiskälte draußen, drinnen eine leichte Brise, locker aufgemischt mit dem feinen Lüftchen Komödien-tauchlicher Verleumdung. An der Mannheimer Oper Inszeniert Monique Wagemakers Gioacchino Rossinis Meister-Buffa “Il barbiere di Siviglia“. Herausgekommen ist ein „Barbier“ mit viel Sinn für Tempo, Spielwitz und Turbulenzen[…] Wagemakers kommt von Tanz […] Auge und Ohr sind immer lebhaft beschäftigt.

    Die Rheinpfalz, Sigrid Feeser

  • Mannheim Der Barbier von Sevilla****

    Das war eine der grandiosesten "Barbier" - Aufführungen, die ich je gesehen haben. Einmal mehr erwies sich Regisseurin Monique Wagemakers als Meisterin ihres Faches. Glänzend hat sie es geschafft, in ihre vom Publikum gänzlich widerspruchsfrei aufgenommene Inszenierung gleichermaßen moderne als auch konventionelle Elemente einfließen zu lassen und damit die Anhänger beider Inszenierungsstile zufriedenzustellen. Darüber hinaus ist Frau  Wagemakers eine Meisterin der Personenregie, die auf der Bühne nichts dem Zufall überlässt. Alles wirkte wie aus einem Guss und dabei immer äußerst stimmig. Sehr interessant gerieten die bühnenbildnerischen Lösungen. Hervorragend waren auch die stimmlichen Leistungen. Alle Sänger sangen mit einer vorbildlichen Körperstütze, was eine Seltenheit ist und belegt, über was für ein phantastisches Ensemble das hochkarätige Nationaltheater Mannheim doch verfügt! Unbedingt reingehen, zumindest wenn die Premieren - Besetzung singt. Es lohnt sich!!!

    Stein

  • Beeindruckendes Opernereignis

    Stimmig - Zu einem beeindruckenden Opernereignis geriet die Premiere von Rossinis „Il barbiere di Sivigila“ am Nationaltheater Mannheim. Der gewaltige Schlussapplaus, in den sich kein einziger Buhruf mischte, hatte seine volle Berechtigung. Sowohl die Szene als auch die musikalischen und gesanglichen Leistungen waren überaus ansprechend. Bei der Inszenierung von Monique Wagemakers war für jeden Geschmack etwas dabei. […] Die Regisseurin wartete mit sehr deutlichen Charakterisierungen der Gestalten auf, die sie trefflich zu führen verstand. In der Tat war ihre Personenregie ganz grandios. Mit Sängern kann Frau Wagemakers trefflich umgehen. Die Gedanken der Handlungsträger fanden ihre Entsprechung in durchweg sehr begründet wirkenden, klaren und akribisch herausgearbeiteten Bewegungen, die den Darstellern nur wenige Möglichkeiten zum Improvisieren ließen. Kein Wunder, dass die Führung der Personen wie aus einem Guss und dabei immer sehr stimmig wirkte. Monique Wagemakers erwies sich damit als ganz große Regisseurin, die auf der Bühne nichts dem Zufall überlässt. Ihre Herangehensweise an Rossinis Komödie war von großer Sachlichkeit geprägt. Deutlich wurde, dass alle Protagonisten in der Erreichung ihrer Ziele gleichermaßen rücksichtslos vorgehen und durch die Bank darauf aus sind, die anderen auszutricksen. Insgesamt eine sehr vergnügliche Produktion, bei der an keiner Stelle Langeweile aufkam.

    www.opernfreund.de, Ludwig Steinbach

  • Monique Wagemakers inszenierte Gioacchino Rossinis Oper “Il barbiere di Siviglia’ am Mannheimer Nationaltheater.
    auch sonst ist die Produktion Ideenreich [...]
    ... das Publikum amüsiert sich prächtig und spendete nachher herzlich langen Applaus für alle Beteiligten. […] Herrenchor des Nationaltheaters sang prächtig und bewegte sich in der Choreografie der Regisseurin mit Grazie.

    Rhein-Neckar Zeitung, Matthias Roth

  • Die Figuren sind gut getroffen. […] Es handelt sich um einen abwechslungsreichen, kurzweiligen Opernabend. Über der akribisch erarbeiteten Musik erstreckt sich eine Inszenierung, die den Kern der Oper begreift und umsetzt, ohne in großem Stil zwanghaft nach verfehlter Aktualisierung zu suchen.

    Operapoint, Daniel Rilling

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