Carmen    Bizet

Company:Staatstheater Hannover
2008
Director:Monique Wagemakers
Set Designer:John Otto
Costume Designer:Rien Bekkers
Lighting Designer:Susanne Reinhardt
Conductor:Jahbom Koo
Dramaturg:Sylvia Roth

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Reviews:

  • Triumph der Oper

    Hannovers Carmen ist der lebendige Beweis für die unwiderstehliche Kraft des Mythos’ Oper – und zugleich ein Triumph für die Staatsoper Hannover, die solche Produktionen nicht in den Rumpelkammern des „Fundus“ verschwinden lässt, aber sie auch nicht gnadenlos im Repertoire verbraucht.

    Monique Wagemakers radikale Inszenierungsidee archaischer Konflikte – eine aggressiv unsichere Carmen, ein orientierungslos irrender José, eine neugierig suchende Micaela; Volk, Arbeiterinnen, Räuber, Soldaten gefangen in zwanghafter Bedrängung – entwickelt in detaillierter Personenführung Metaphern individueller und gesellschaftlicher Existenz - ohne platt zu dekonstruieren und verquast zu „aktualisieren“.

    John Ottos emotional bedrängendes Bühnenbild mit variabel trennenden Gitterwänden und einer martialischen Treppe zu einer brutalen Brückenkonstruktion schafft kommunikative Räume mit verzweifelten Ambivalenzen - und Rien Bekkers’ real-phantasievollen Kostüme verweisen auf konkrete Gültigkeit.

    Für das faszinierte hannoversche Publikum ist die vermittelte Imagination offenbar so stark, dass es – glücklicherweise – bisweilen auf spontanen Szenen-Applaus verzichtet - aber am Ende enthusiastisch applaudiert und jubelnde Zustimmung ausdrückt. Eine prima Symbiose von Entspannung auf der Bühne und Begeisterung im Saal!

    Opernnetz, Franz R. Stuke

  • ... und genau so erzahlt die holländische Regisseurin Monique Wagemakers die Story. Hautnah und packend, mit klaren Bildern und großen Gefühlen ...

    ... Scharfsinnig entlarvt Monique Wagemakers die seelischen Abgrunde der Figuren...

    Das Publikum der ‚Carmen’- Premiere in Hannover folgte Monique Wagemakers jedenfalls bereitwillig in die bedruckende Situation eines Auffanglagers, weit weg von einem Klischee-Spanien.

    NDR Kultur, Ullrich Bohn

  • Carmen schon scharf

    Ohne Stierkampf: Riesenjubel für den aufgefrischten Bizet-Klassiker.

    Das Premierepublikum feierte die in jeder Hinsicht stimmige Regie von Monique Wagemakers und ein Ensemble in Bestform ... Regisseurin Monique Wagemakers hat Hannover eine durch und durch aktuelle und gut gemachte ’Carmen’ beschert ... Gute Opernregie zeichnet sich dadurch aus, dass eigentlich alles da ist.

    Neue Presse, Henning Queren

  • Gefangene der Gefühle - In Hannovers Staatsoper rebelliert Georges Bizets „Carmen“ gegen die Käfighaltung ... Da ist Wagemakers besonders stark in dem, was sie nicht macht: da schleppt keine Schmuggelband ...   Und im vierten Akt gibt es keinerlei Stierkampffolklore. Wagemakers konzentriert sich ganz auf den Konflikt der Abhängigkeiten, auf die Gefühlsbindungen und die Entfesselungsversuche der Beteiligten.

    Hannoverische Allgemeine Zeitung, Rainer Wagner

  • Irres Gelachter. Monique Wagermakers' weltweise Carmen in Hannover

    Kein impulsives Naturwesen ist Wagemakers’ Carmen, sondern eine weltenweise Außenseiterin, die dem Leben der anderen oft nur mit resignierten Kopfschütteln zusieht und ihren Schmerz über die Erbärmlichkeit des Lebens mit irrem Gelachter betäubt.

    Suddeutsche Zeitung, Jörg Konigsdorf

  • Monique Wagemakers zeigt anhand des Paares Carmen-Don Jose eindringlich, wie sich zwei Menschen, die nicht füreinander bestimmt sind, gegenseitig in den Abgrund drangen ... Von bestechender Wirkung ist das Finalbild, zu dem die Gitter an die Rampe geschoben werden und die Chormassen durch die Stabe gaffen. Sie starren auf on Jose, der im Duell mit Carmen zwar nicht zum Raubier mutiert, trotzdem aber deren Tod herbeiführt.

    Arantxa Armentia als Micaela und insbesondere der Carmen - Khatuna Mikaberidze -  galt der Jubel des Publikums, auch die Regie wurde fast einstimmig in den Beifall einbezogen.

    Bremer Tageszeitungen AG, Markus Wilks

  • Man kennt solche Bilder auch aus amerikanischen Gefängnisfilmen, in denen sich innerhalb der Grenzen ganz eigenwillige Sozialsysteme etablieren konnten.

    Markus Wilks

  • Die niederländische Regisseurin Monique Wagemakers verzichtet in ihrer hannoverschen Neuinszenierung auf alle Spanien-Klischees. Die Oper spielt bei ihr nicht unbedingt in Sevilla, eher vielleicht in OSTEUROPA. Der Stierkampfer Escamillo ist verwandelt in einen narzisstischen Popstar, und Carmen hat deutlich mehr Facetten als gewöhnlich.

    NDR

  • Es ist die Frage der persönlichen Freiheit, die mich an solchen Stucken interessiert.

    NDR

  • Mit ihrer Inszenierung lost sich Monique Wagemakers vom idyllischen Postkarten-Sevilla.

    Die Vorstellung zeigt vor allem, dass sich der Traum von der Freiheit auch schnell ins Gegenteil verkehren kann ... Die Deutung als Anti-Freiheitsoper ist konsequent umgesetzt worden. Auch sonst war auf der Buhne immer einiges zu sehen. Die Regisseurin hatte viele, zum Teil recht eigenwillige Ideen ...

    Langweilig war es allerdings nicht gestern abend.

    Tamino Klassikforum

  • Das man diese Oper aber sehr viel spannender und auch emotionaler erzahlen kann, bewies am gestrigen Abend in der Staatsoper Hannover die holländische Regisseurin Monique Wagemakers ... 

    Das Publikum der „Carmen“- Premiere folgte Monique Wagemakers jedenfalls bereitwillig in die bedruckende Situation eines Auflagers, weit weg von einem Klischee-Spanien.

    NDR, Ullrich Bohn

  • Monique Wagemakers seht in den Ruf, ihre Inszenierungen sehr tiefsinnig und detailliert zu prasentieren

    Agnieszka Zagozdzon

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