Madama Butterfly    Giacomo Puccini

Company:Staatsoper Stuttgart
2006
Director:Monique Wagemakers
Set Designer:Karl Kneidl
Costume Designer:Silke Willrett
Lighting Designer:Reinhard Traub
Conductor:Nicola Luisotti
Dramaturg:Klaus Zehelein

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Reviews:

  • Wenn du mir fremd bist, liebe ich dich

    In Stuttgart bezieht die Regisseurin Monique Wagemakers Puccinis Madama Butterfly auf die Music“.

    Mit seiner letzten Stuttgarter Arbeit als Dramaturg hat Klaus Zehelein, zusammen mit der Erstmals in Deutschland inszenierende Monique Wagemakers, zum großen Befreiungsschlag, ausgeholt und ein gleichermaßen beliebtes wie missachtetes Repertoirestuck, Puccinis Madama Butterfly, von allen Musikalischen Unter wie szenischen Überforderungen befreit. Monique Wagemakers hat alle diese nicht völlig falschen  Prämissen zugunsten einer radikalen Neulektüre des Stucks über Bord geworfen – eine Deutung, ... konsequent aus der Partitur entwickelt.

    Opernwelt, Uwe Schweikert

  • Die Niederländische Theatermacherin Monique Wagemakers sorgte ausgerechnet mit Puccinis gern als Ruhrstuck abgetaner Madama Butterfly für den ersten richtigen Höhepunkt in der letzten Spielzeit von Intendant Klaus Zehelein. Die von Tanz kommende, aber seit Jahren im Opernbereich tätig Wagemakers erzahlt die Geschichte in Bildern, die unter die Haut gehen. Dabei kommen den Personen so nahe dass sie ihre Seelenzustande offen zu legen vermag ... Die fein gearbeitete Personenfuhrung kommt in der Buhne von Karl Kneidl hervorragend zur Geltung.

    Das Opernglas, K.-F. Schulter

  • Monique Wagemakers inszenierte in Stuttgart Giacomo Puccinis Oper "Madama Butterfly"
    Intensive und ergreifende Interpretation.

    Wenn das traditionell zurückhaltende Publikum im Stuttgarter Opernhaus sich am Schluss einer Inszenierung gar nicht los reißen kann, wenn es die nächste S-Bahn sausen lässt und stattdessen Sänger, Dirigent und Regisseur(in) wieder und wieder auf die Bühne holt, dann muss etwas Besonderes passiert sein. Es ist etwas passiert am Sonntag bei der Premiere von Puccinis "Madama Butterfly": Die erste Inszenierung von Monique Wagemakers an der Staatsoper, die letzte von Dramaturg und Intendant Klaus Zehelein war ein Triumph. ... Vielleicht lag der Triumph der Musik auch daran, dass Monique Wagemakers zwar eine eigene Interpretation des Stoffes entwickelt hatte, bei ihrer Umsetzung allerdings sehr behutsam vorging, auf fast alle Versatzstücke des Regietheaters verzichtete ... Die Regisseurin - und Dramaturg Zehelein - haben aber genauer auf Text und Musik gehört ... Regisseur Wagemakers lasst die Geschichte auf einem schmalen Streifen im Vordergrund der Buhne spielen. Dahinter – und das sieht man nur durch die schräge Decke, einen überdimensionalen Spiegel – baute Buhnebildner Karl Kneidl eine Treppe in den Untergrund. ... Das ist auch eine Stärke der Inszenierung, dass sie selbst vermeintliche Nebenrollen stark besetzt sind ...

    Fränkische Nachrichten, Jürgen Strein

  • Intensive und ergreifende Interpretation

    Monique Wagemakers inszenierte in Stuttgart Giacomo Puccinis Oper Madama Butterfly’.
    Die Stuttgarter Butterfly wurde hoch gelobt. Zu Recht. Für mich brachte sie eine musikalische und szenische Erfahrung, für die ich dankbar bin. Sie hat meine Sicht auf den Komponisten Puccini vertieft, insbesondere auf diese Oper, deren szenisch-musikalische Realisierung mit Sicherheit von all seinen Werken die höchsten Anforderungen stellt.


  • Helle Begeisterung und Tranen

    Eine neue Inszenierung von Puccinis ‚Madama Butterfly’ hat an der Stuttgarter Staatsoper am Sonntagabend beim Premierepublikum helle Begeisterung ausgelost

    Silbern schimmert Cio-Cio-San

    ... im Spiegel scheint ein Blumenhimmel aufzuziehen, und dann zeigt sich das Bild eines Blumenmeers. Es wirt ein Blumengrab sein ... Diese Aufführung ist eine für die unteren eintausend – wenn überhaupt ... Tranen im Publikum, nicht nur verstohlene, und Ovationen.

    Stuttgarter Zeitung, Gotz Thieme

  • Tod im Blütenmeer

    ... Die als Choreographin ausgebildete und seit ihrer Entdeckung der Oper vorwiegend in diesem Metier tätig gewesene Niederländerin Monique Wagemakers arbeitete 23 Jahre nach ihrem Regiedebut mit genau diesem Werk nun zum ersten Mal an einem deutschen Opernhaus- im Hinblick auf das Ergebnis äußerst bedauernswert. Im Gegensatz zu vielen Kollegen gehört sie zu den Könnern ihres Fachs, deren vorab getroffene Aussagen und Bekenntnisse nicht nur leere, auf der Bühne uneingelöste Worte sind, sondern wirklich umgesetzt werden. Sie beweist, dass Oper im Sinne des Einsatzes heutiger technischer Möglichkeiten modern sein kann, ohne den Kern des Stückes, seine Besonderheiten zu verfremden oder durch eigenwillige Eingriffe zu verfälschen. ... Alles andere füllt Frau Wagemakers ausgefeilte und immer situationsgerechte Personenregie, die die Konfrontationen der Beteiligten untereinander unter die Lupe nimmt und sich treu an die wichtigsten Anweisungen im Textbuch hält und dennoch nicht brav buchstabiert wirkt. Jeglicher Exaltationen und übergestülpter Psychologisierungen enthält sie sich ... Ihre Phantasie lässt die Regisseurin im Blütenduett und der nachfolgenden Nachtszene spielen. Über die gesamte Bühne werden bunte Blumen verstreut, die mittels der erwähnten, mit dem Einsetzen des strahlenden Themas schlagartig erleuchteten Decke gespiegelt werden und vor dunklem Hintergrund zu einem Meer mit zu erahnender Schiffslandetreppe verschwimmen – Cho-Cho-Sans vorweggenommenes Grab als faszinierend poesievoller Traum, fern von Kitsch. Später klappt die Versenkung nach oben, so dass Buterfly mitten in diesem Blumenmeer wie vorgeschrieben hinter dem Paravent Selbstmord begeht. Lange hat Butterfly gewartet – vergeblich. Auch das Stuttgarter Publikum hat lange gewartet – auf ein rundum stimmiges Gesamtkunstwerk. Puccinis in der Tradition zur Rührseligkeit verkommenes Drama dürften selbst Puccini-Fans an diesem Abend auf erfrischend neue Art schätzen gelernt haben. Eine großartige Aufführung, die auf schlichte Art überwältigte, weil sie mitten ins Herz traf. ... Entsprechend groß und ausdauernd war die Begeisterung, die auch das Regieteam einhellig mit einschloss. Wann hat es das in Stuttgart zuletzt gegeben?

    Der neue Merker, Udo Klebes

  • Weißt du, wo die Blumen sind?

    Bei seiner Neuinszenierung an der Stuttgarter Stattsoper bekam das stuck jetzt, was ihm gut tut – schone Bilder, gute Stimmen-, und vom Publikum erhielt die Produktion, was am Grossem Haus lange nicht mehr der Fall war: jubilierenden Beifall und hier und da Tranen in den Augen ... die Reiz dieser neuen Madama Butterfly liegt in feinen Details der Personenfuhrung ...

    Ein Stuck der schonen Bilder ... Grosse Gefühle.

    Stuttgarter Nachrichten, Susanne Benda

  • Monique Wagemakers inszeniert an der Stuttgarter Oper einen grandiose ‚Madama Butterfly’ , Ohne Nippon-Nippes. Grosses Musiktheater.

    Solche Applauswogen hat es auch in Stuttgart lange nicht gegeben: immer wider mussten Sanger und Regieteam wieder zurück auf die Buhne, um sich von Premierepublikum feiern zu lassen.

    Die Konzeption überließ Klaus Zehelein dazu einmal nicht den bewahrten Hausregisseuren, sondern vertraute sie einem Neuling an: Monique Wagemakers, fur die es die erste Opernregie überhaupt an einem deutschen Haus ist. Und Zehelein beweis mit dieser Wahl ein gutes Gespür: Selten gehen Musik und Szene im Musiktheater so schlüssig ineinander auf.

    Die Deutsche Buhne, Mannheimer Morgen & Sudkurier, Frank Armbruster

  • Götz Friedrich always maintained there wasn’t much you could "do" with Puccini, his operas being authoritatively laid out. Stuttgart’s extraordinary new Madama Butterfly showed just how much detail, passion and truthfulness there is in this masterpiece that is usually soaked in cliché and slipshod sentimentality. Monique Wagemakers’s Stuttgart production is the least sentimental, and the most intelligent and psychologically realistic that I have seen. Klaus Zehelein was production dramaturge and I am sure accounted for the freshness and clear interpretative thinking.

    Wagemakers explores every detail in this close-up devastating narrative. Zehelein goes out with a bang.

    Opera Now, Tom Sutcliffe

  • Es ist keine geringe Qualität der ersten Arbeit Der holländische Regisseurin Monique Wagemakers an einem deutschen Haus, dass sie, eher unspektakular, neue Fragen und Sichtsweisen für das Stuck entwickelt.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung, Gerhard R. Koch

  • Begeisterung und Tranen bei Madama Butterfly

    ... als verzweifelte Frau und Mutter, die ihren Brautschleier zerreißt und schließlich in einem bis in der Zuschauerraum duftenden Blumenmeer versinkt.

    Frankische Tag, U. Mauder

  • Einsam im Blumenmeer

    Monique Wagemakers inszeniert Giacomo Puccinis ‚Madama Butterfly’ an der Stuttgarter Staatsoper.

    Wagemakers’ hellsichtige Interpretation fuhrt über diese im Libretto zweifellos gelegten Spuren zu den Abgründen des Imperialismus und beginnenden Sextourismus allerdings weit hinaus in schaurig-schöne Seelenlandschaften. Mit ingeniosen Bildern und präziser Personenführung schafft sie das Kunststuck, unter den Kulturgrobianischen Palimpsestspuren der Rezeptionsgeschichte die fein ziselierte psychologische Textur dieses Repertoire-Knüllers sichtbar zu machen.

    ... bei der textgenauen Analyse haben sich für das Zehelein-Team vor allem zwei Aspekte herauskristallisiert: zum einen die Akzentuierung einer dramatischen Geschichte, bei der es zwar um ein bürgerliches Drama geht ...

    ... für die Regisseurin ist es sogar das Drama einer starken Frau, die sich zu sehr entschlossen hat.

    Esslinger Zeitung, Cannstatter Zeitung, Thomas Krazeisen

  • Tod im Paradies

    Der Regisseurin Monique Wagemakers ist nun an der Stuttgarter Staatsoper etwas ganz Schweres gegluckt. Sie erzahlt diese Geschichte ganz einfach ...

    Dann plötzlich, in der Morgendämmerung, füllt sich der imaginäre Himmel, und im Hochfahren des Bodens zeigt sich jetzt die Pracht: ein Meer aus Blumen ... das Traumbild wirt real, aber das Paradies bringt den Tod.

    Sudwest Presse, Jürgen Kanold

  • Mit großem Jubel für alle beteiligten endete die Premiere von Puccinis ‚Madama Butterfly’ an der Stuttgarter Staatsoper.

    Wagemakers inszeniert mit kluger, oft bestechend intensiver, manchmal aber auch beliebiger Personenführung, ... die Japan- und Exotikklischees weitestgehend vermeidet.

    Klassik.com, Uwe Schneider

  • Im Spiegel der Gegenwart

    Hervorragende Personenregie

    Die Stuttgarter Staatsoper hat ihrer neuen ‚Madama Butterfly’ allen Kitsch ausgetrieben.

    Die  Spiegel-Idee dominierte die gesamte Inszenierung, der Rest war eine gelungene, bis in Detail ausgearbeitete Personenführung ...

    Es ist diese genaue Charakterisierung der Personencharakterisierung durch Monique Wagemakers, es ist die Umsetzung durch die Akteure, die Detailarbeit bis in die kleinen Nebenrollen und schließlich die Hintergrundarbeit des Dramaturgen Klaus Zehelein, die in großen Schritten weg vom Kitsch-Image dieser Oper fuhren hin zur Seriosität einer wirklich, großen Tragödie ...

    Eine erstaunliche, einschränkungslos umjubelte Produktion insgesamt, diese drittletzte Oper der zwölfjährigen Ara Zeheleins: so wenig Regietheater wie hier war lange nicht in Stuttgart.

    Die Welt & Schwabische Zeitung, Stephan Hoffmann

  • Eine überwältigende Butterfly in Stuttgart

    Die Stuttgarter Butterfly wurde hoch gelobt. Zu Recht. Für mich brachte sie eine musikalische und szenische Erfahrung, für die ich dankbar bin. Sie hat meine Sicht auf den Komponisten Puccini vertieft, insbesondere auf diese Oper, deren szenisch-musikalische Realisierung mit Sicherheit von all seinen Werken die höchsten Anforderungen stellt. ... In Monique Wagemakers Inszenierung blickt nicht nur Butterfly in den Spiegel, wenn am Ende des 2. Aktes auf Pinkerton wartet, auch das Publikum, im Parkett zumindest, wird von Anfang an mit dem unausweichlichen Tod der Protagonistin konfrontiert. ... Zehelein und Wagemakers haben diese Oper nicht neu gelesen, ... sie haben lediglich versucht, unter die von unzähligen Missverständnissen verschüttete Oberfläche zu schauen und genau zu lesen. ... Frau Wagemakers bringt es auf den Punkt: „Es ist ganz eigenartig. Eigentlich besteht das ganze Stück aus diesen Brechungen. Es ist ein merkwürdiges Changieren zwischen behaupteter, komponierter Geschichte und inszenierter Ironie und Fremdheit der Figur.“

    ... Der beklemmendste Moment der Regie: Zuletzt läuft Butterflys Kind der zukünftigen Stiefmutter entgegen, während sich Butterfly hinter einem Wandschirm, für das Publikum nicht zu sehen, tötet. Kate Pinkerton richtet ihre Videokamera auf das Kind und nimmt den Selbstmord Butterflys gleich mit auf.

    Orlando

  • (K)ein Schiff wird kommen

    Choristen bewahren sich bestens im Rahmen von Wagemakers gründlich erarbeitetem Konzept, das die Protagonisten auf der Buhne keinen Moment lang allein lasst. ... das alles geht in kalkulierter Wechselwirkung mit Wagemakers pointierter Lesart des Stucks allemal unter die Haut ... Statt sentimentaler Ruhrseligkeit bietet diese stringente Produktion ein Musiktheater-Erlebnis am Puls unsere Zeit.

    Kultur, Werner M. Grimmel

  • Ein Debüt und ein Abschied

    Monique Wagemakers und Klaus Zehelein präsentieren ‚Madama Butterfly’.

    Debüt und Abschied fallen bei der jüngsten Stuttgarter Opernpremiere zusammen. Zum Ersten mal fuhrt die niederländische Tanzpädagogin Monique Wagemakers an einem deutschen Opernhaus Regie ...

    Luxeumburger Wort, Dieter Schnabel

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